Projekt 2: Sanierung
der Allerheiligenkapelle in der Stadt Rain
Zeitraum: seit der Gründung des Vereins am 04.07.1996
Am 10. Juni 1996, dem 525. Jahrestag des Baubeginns der Allerheiligenkapelle im Jahre
1471, wurde der "Grundstein" für den Freundeskreis Alt Rain e. V. gelegt mit
dem Ziel, die Allerheiligenkapelle und den Altar, mit dem sehr seltenen Motiv "Sieben
Zufluchten" (um 1700), zu sanieren.
Die Gründung des Vereins selbst erfolgte auf Initiative von Herrn Adalbert Riehl und von
Herrn Bügermeister Gerhard Martin und zwar am 04.07.1996, dem 739. Jahrestag der ersten
urkundlichlichen Erwähnung der Stadt Rain.
Das Kirchlein, mitten in der Stadt, neben der Stadtpfarrkirche gelegen, steht im Eigentum
der Stadt Rain und hat seit der Fertigstellung des Heimatmuseums im Jahr 1988 keine
Funktion mehr.

Nordostseite am 12.05.1998
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Westseite am 02.09.1998
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Teilbereich an der Südseite
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Decke
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Altar mit dem Motiv "Sieben Zufluchten"
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Die Fundamente werden freigelegt
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Eine wesentliche Besonderheit an der Allerheiligenkapelle ist deren
Karner. Da die Stadt Rain schon mit der Gründung als Festung konzpiert war, war der Platz
für den Friedhof um die Stadtpfarrkirche von Anfang an sehr begrenzt. Deshalb wurde
parallel zur Kirche die Allerheiligenkapelle mit einem Karner gebaut, in den die Gebeine
ausgelagert werden konnten. Mit der Säkularisation erwarb der damalige Stadtpfarrer
Bartholomäus Kerscher die Allerheiligenkapelle und vererbte sie 1829 der Stadt Rain mit
der Auflage, dass die Kirche nie abgerissen oder verkauft werden darf. Hieraus entstand
die seltene Situation, dass ein öffentlicher Träger und nicht die Kirche Eigentümer
eines Karners ist.
Eine glückliche Fügung ergab den Kontakt zwischen dem Freundeskreis Alt Rain und
Professor Dr. Andreas Nerlich vom Pathologischen Institut der
Ludwig-Maximilians-Universität München, der sich sofort für das Objekt begeisterte und
in seine Forschungsarbeit integrierte. Durch den hervorragenden Zustand der Gebeine und
die breite Zeitspanne der Bestattungen zwischen dem 15. und dem frühen 19. Jahrhundert
kann Dr. Nerlich eine echte Lücke in seiner Forschungsarbeit schließen.
Zur Sanierung des Karners mussten die Gebeine von über 2500 bestatteten Personen
schließlich entnommen und später wieder eingelagert werden. Die Entnahme erfolgte durch
das Team von Dr. Nerlich, die gleichzeitig eine Untersuchung und Katalogisierung
vornahmen. Zu weitergehenden Untersuchungen sind mit Stand von heute immer noch einige
Exponate in der Universität München.

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Dr. Beatrice Bachmeier & Prof. Dr. Andreas Nerlich |

Karin Fuchs & Dr. Albert Zink |
Über die Aktion wurde von Sat.1 und dem Bayerischen Fernsehen
berichtet, aber auch vom Hörfunk RT1 Nordschwaben.
Die Wiedereinlagerung erfolgte durch Mitglieder des Freundeskreises Alt Rain am
25.09.1998. Die Gebeine waren in 135 Containern zwischengelagert.
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Johann Graf fertigt und spendiert das Eingangsgitter für den Karner,
die Schosserei Otmar Albrecht hat das Gitter sandgestrahlt und verzinkt - auch als Spende!
Einige, wenige, Knochenreste wurden am 29.07.1998 auf dem Friedhof der Stadt Rain
beigesetzt.
Das Jahr 1999 ist zunächst gekennzeichnet von Planungserstellung und Einholen von
Genehmigungen und Zuschüssen. Parallel wurden auch die Priestergräber saniert (siehe Projekt 1)
Im Herbst 1999 läßt der Freundeskreis Alt Rain e. V. die Kapelle einrüsten und nimmt in
Eigenleistung den Außenputz ab. Diese körperlich schwere Arbeit wird überwiegend
ausgeführt von Mitgliedern der Kolpingsfamilie unter der Leitung unseres
Vorstandsmitgliedes Werner Würz. Einen wesentlichen Beitrag liefert auch die Firma
Müller-Hackenberg. Des weiteren werden durch den Freundeskreis Aufträge vergeben und
finanziert, wie die Montage einer Dachentwässerung und die Renovierung der Verglasung.
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Wichtige und aufwendige Detailarbeit wird auch im Jahr 2000 durch uns
erbracht: Durch Heinrich Veh mit seinen Helfern erhält jeder der Pfeiler eine neue
Abdeckung - alles in Handarbeit da jedes Teil andere Abmessungen aufweist.
Die Fenster werden ausgebaut, komplett renoviert und wieder eingesetzt. Eine handwerklich
bemerkenswerte Arbeit erbrachte bei der Rekonstruierung der Metallrahemen vor allem die
Südzucker AG unter der Leitung von Herrn August Ehling.
Die Fenster an der Ost- und Westseite konnten mit Originalgläsern aus der
Stadtpfarrkirche "neu" verglast werden.
Auf unsere Initiative hin werden der gesamte Außenputz aufgebracht, die
Elektroinstallation vorbereitet und die Karnerfenster erneuert. Um den Altar bei der
beabsichtigten Innensanierung zu schützen, wird zur Zeit unter Leitung von Heinricht Veh
die Einhausung für den Altar erstellt.
Der Außenputz ist mittlerweile fertiggestellt, auch die Fenster im Karner sind erneuert.

Bis auf den Sockelbereich ist die Außensanierung abgeschlossen
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Stand 03.04.2001

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Projekt
1: Sanierung der Priestergräber Friedhof Rain
Projekt 2.1: Die Gebeine im Karner der Allerheiligenkapelle: Vortrag
von Prof. Dr. Nerlich
Projekt 3: Führungen durch die Stadt Rain
Projekt 4: Tor zur Leutnantschanze
Projekt 5: Glückwunschkarten mit Motiven aus Rain
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