10.05.2001: Vortrag von Prof. Dr. Nerlich
Sensationelle Entdeckungen bei der Untersuchung der Gebeine der Allerheiligenkapelle: Zum ersten Mal konnte in Süddeutschland die Existenz von Malaria nachgewiesen werden.
seit 1998 forscht Herr Prof. Dr. Nerlich, Pathologe an der Ludwig-Maximilians-Universität München, zusammen mit seinem Team, an den bedeutsamen Knochenfunden aus dem Karner der Allerheiligenkapelle in Rain am Lech. Über die Aktion selbst wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach berichtet (Bayerisches Fernsehen, SAT 1, RT 1 Nordschwaben, Augsburger Allgemeine Zeitung, Donauwörther Zeitung, Neuburger Rundschau) Inzwischen sind die Foschungsarbeiten weitgehend abgeschlossen
Der Freundeskreis Alt Rain e. V. lud ein zum Dia-Vortrag Wenn alte Knochen sprechen... Prof. Dr. Andreas Nerlich, Pathologe der Ludwig-Maximilians-Universität München, erläuterte seine Untersuchungsergebnisse der Gebeine aus der Allerheiligenkapelle Diese Gebeine bergen viele Geheimnisse über Leben und Umfeld der Menschen unserer Heimat in den vergangenen Jahrhunderten. Dem Team um Prof. Nerlich gelang es, höchst interessante Nachweise zu erbringen, die bisherige Erkenntnisse teilweise auf den Kopf stellen. Abgesehen von Rückschlüssen auf Umfeld und Lebensgewohnheiten unserer Ahnen nennt Prof. Dr. Nerlich vor allem 3 Faktoren als absolute Highlights:.
1. Definitif durch die Ergebnisse aus Rain konnte erstmals die Existenz von Malaria in Süddeutschland nachgewiesen werden.
2. Nach bisherigem Erkenntnisstand der Wissenschaft waren Leprakranke noch zu Lebzeiten als tot erklärt, aus dem Gemeinschaftsleben verbannt und später auf separaten Friedhöfen beigesetzt worden. Einzig und erstmalig in Rain konnte die Bestattung von Leprakranken auf dem normalen Friedhof- also innerhalb der Stadtmauern- nachgewiesen werden- ein wissenschaftliches Novum mit sehr interessanten Rückschlüssen!
3. Natürlich gibt es auch an anderen Orten Karner. Aber gerade für Rain trafen mehrere, für Forschungsarbeiten besonders günstige, Faktoren zusammen: - Möglichkeit zur Forschung überhaupt, da der Karner nicht in Kirchenbesitz ist. - Außergewöhnlich gutes Archivmaterial aus der Region über den erforschten Zeitraum (15.Jhr. - Anf. 19.Jhr.) - Durch die große Anzahl an gut erhaltenem Knochenmaterial konnte an ca. 2/3 der gesamten Rainer Bevölkerung aus insgesamt ca. 400 Jahren geforscht werden.
Der Vortrag fand statt am Donnerstag, 10. Mai 2001, um 20 Uhr im Saal der Raiffeisenbank Rain. Es wurde mehrfach in der Presse berichtet. (Augsburger Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Die Welt, Neuburger Rundschau) |